Kraichtal (sn). „Wählen ab 16 Jahren – Auch du darfst am 26. Mai wählen und deine Stimme zählt“. Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Ulrich Hintermayer die Kraichtaler Erstwählerveranstaltung zur Kommunalwahl am Donnerstagabend, 11.04.2019, im Jugendhaus in Unteröwisheim. Hintergrund dieses Infoabends war, dass bei den Kommunalwahlen 2019 in Baden-Württemberg zum zweiten Mal bereits 16-Jährige wählen dürfen. Die Änderung des Wahlrechts hatte der Landtag von Baden-Württemberg vor – auf den Tag genau – sechs Jahren beschlossen. Grund genug für die Verantwortlichen der Stadt Kraichtal, alle Erstwählerinnen und Erstwähler mit dem Thema „Kommunalwahl“ (Gemeinderat und Kreistag) vertraut zu machen.

Ziel des erstmalig in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) durchgeführten Informationsabends war es, die hiesigen Jugendlichen mit verständlichen Worten über die Kommunalwahl sowie die ebenfalls an diesem Tag stattfindende Wahl zum Europäischen Parlament zu informieren. So erfuhren die knapp 25 erschienenen Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren aus allen Stadtteilen beispielsweise, was es mit den recht sperrig klingenden Begrifflichkeiten „Kumulieren“ und „Panaschieren“ auf sich hat und was „unechte Teilortswahl“ in der Praxis bedeutet. Linda Breithaupt und Eduard Kuhn, freie Mitarbeiter der LpB, führten zum einen routiniert durch den Abend und erklärten zum anderen, dass der Gemeinderat das Hauptorgan der Verwaltung und gleichzeitig die politische Vertretung aller Bürgerinnen und Bürger ist. Die Amtszeit dieses Gremiums beträgt fünf Jahre. Zu den vielfältigen Aufgaben gehört nicht nur die Überwachung er Gemeindeverwaltung und des Bürgermeisters, sondern auch Satzungsrecht sowie Planungs- und Personalhoheit.

Politik vor Ort aktiv beeinflussen

Mittels „speeddating“ konnten die ErstwählerInnen den KandidatInnen für die Gemeinderatswahl in lockerer Atmosphäre „auf den Zahn fühlen“. Konkret wurden Themenfelder wie Windenergie, Wohn- und Gewerbegebietsentwicklung, Verkehrsentlastung, Angebote für junge Menschen und Glasfaseranbindung angesprochen. Dabei konnten die Jugendlichen ihre ganz persönlichen Wünsche und Anregungen vorbringen, damit Kraichtal in Zukunft noch schöner und lebenswerter wird. Gleichzeitig führte das „get together“ dazu, dass sich die jungen KraichtalerInnen mit der örtlichen Politik und den Programmen der fünf in Kraichtal zur Wahl antretenden Parteien befassen. Und auch für die anwesenden Gemeinderatskandidaten hatte dieser Abend einen Mehrwert: „Für uns Gemeinderäte ist es wichtig, die Wünsche der Jugendlichen zu kennen“, so das Echo.

Sensibilisiert und motiviert für die Thematik „Wahl“ klang gegen 20 Uhr ein kurzweiliger Infoabend, der den Nerv der heutigen Jugend getroffen hat, bei Pizza und alkoholfreien Getränken, aus. Bleibt zu hoffen, dass viele ErstwählerInnen tatsächlich am 26. Mai ihre Stimme abgeben mögen und damit von ihrem demokratisch verbrieften Recht auf direkte Einflussnahme auf die örtliche Politik Gebrauch machen. In Baden-Württemberg gibt es dieses Jahr rund 500.000 16- bis 20-Jährige Erstwählerinnen und Erstwähler bei den Kommunalwahlen. Auch die in Kraichtal 736 ErstwähleriInen haben damit einen Einfluss auf den Wahlausgang.